Mein Standardobjektiv ist ein Nikkor 50mm/1.4. Damit will ich andeuten, dass ich eigentlich auch ohne Zoom gut leben kann (es gibt nichts über gute Beinarbeit). Festbrennweitenobjektive sind aber in Weitwinkelsegment Mangelware, von den Fisheyeobjektiven mal abgesehen.
Da ich das Objektiv auch im Alltag einsetzen möchte und es nicht im Schrank Staub ansetzen sollte, liegt die ideale Brennweite zwischen 10 und 16mm und das Objektiv sollte die Perspektive nicht fischaugenmässig verzerren.
Ultraweitwinkel-Objektiv mit 2,4fach-Zoom und einem Sehfeld von 109° bis 61°, entsprechend 15-36 mm im Kleinbildformat. Alle Tests weisen auf solide Bildergebnisse hin, ausser im 10mm-Bereich. Bei der kürzesten Brennweite tendiert das Nikkor zu starker Randunschärfe und zu einer erheblichen tonnenförmigen Distortion. Die chromatischer Aberration (CA) hält sich in Grenzen. Für mich gibt auch die variable Blende Abzüge - somit wird das Nikkor jedenfalls nicht Preis-Leistungssieger. Für das Nikkor spricht die längere Garantiezeit.
ab ca SFr. 940.-
/ Garantie: 3 Jahre
Kurzer Zoombereich, dafür lichtstark und hervorragend verarbeitet - dies der Grundtenor aus den Diskussionsforen. Die Fotos die ich bisher gesehen habe sind wirklich gut. Das Tokina scheint zwar streulichtanfällig zu sein und habe eine leichte Tendenz zu chromatischer Aberration (CA), dafür bestechen die Bilder durch gute Schärfe. Nur bei ganz offener Blende sieht man in der Peripherie eine leichte Unschärfe.
Durch die verbesserte Lichtstärke werde auch das Suchbild heller, was das Fotografieren insbesondere bei Dämmerlicht erleichtert.
Gegen Streulicht kann man sich schützen und CA kann man nachträglich bearbeiten, deshalb ist das Tokina für mich trotz diesen kleinen Mängel ein ernsthafter Kandidat, zumal der Preis stimmt.
ab SFr. 720.- / Garantie: 1 Jahr
Etwas unterschiedlich fallen die Rückmeldungen bezüglich der Qualität dieses Objektivs aus. Einige sind voll zufrieden damit, und würden es weiter empfehlen wie dieser Fotograf (auf Canon).
Andere bemängeln die ungenügende Schärfe, insbesondere bei geöffneter Blende (nicht nur Randunschärfe). In diesem direkten Vergleich seines etwas lichtschwächeren Vorgängers mit dem Nikkor 10-24mm f/3.5-4.5G ED zieht es in Sache Schärfe den Kürzeren, wenn auch nur marginal.
Wie viele andere WW-Objektive habe auch das Sigma mit CA zu kämpfen. Obwohl oft von guter Verarbeitung geredet wird, konnte man auch lesen, dass der Zoomring zu einfach dreht und sich somit selbstständig verstellt.
Möglicherweise ist die heterogene Berichterstattung darauf zurückzuführen, dass das Sigma mit Canon besser harmoniert als mit Nikon (?).
ab SFr. 810.- / Garantie: 1 Jahr
Wie man sehen kann, sind alle drei Kandidaten fähig hervorragende Bilder zu machen. Mein coup de coeur geht aber an das lichtstarke Tokina, zumal mir der Zoombereich weniger wichtig ist als bei Dämmerlicht auch mal auf das Stativ verzichten zu können. Auch die Bildqualität hat überzeugt, insbesondere im kurzen Brennweitenbereich scheint das Tokina gegenüber dem Nikkor und auch gegenüber dem Sigma Vorteile zu haben. Der günstigste Preis im Vergleich hat wenig zu dieser Entscheidung beigetragen. Was sind schon 200.- mehr oder weniger für einen ständigen Begleiter. Aber wie es der Zufall will, scheint das billigste Objektiv meinen Bedürfnissen am Besten gerecht zu werden.
Titelbild fotografiert von noeluap mit Tokina 11-16mm auf Nikon D90