Warum habe ich mich überhaupt entschieden ein NAS (Network Attached Storage) zu kaufen? Wenn es nur um den Speicherplatz geht, ist eine externe Festplatte einfacher und billiger. Doch ich hatte zusätzlich folgende Bedürfnisse.
In meinem Netzwerk arbeite ich und andere Personen an verschiedenen Geräten. Dabei ist es sinnvoll wenn alle auf einen gemeinsamen Speicher und ausschliesslich berechtigte Personen auf ihren persönlichen Speicherplatz zugreifen können, unabhängig auf welchem Hostcomputer sie gerade arbeiten oder welche Computer gerade online sind. Dank DynDNS wird dies sogar übers Internet möglich.
Auch wenn einige Personen im Netzwerk ihre Daten auf ihrem Hostcomputer behalten wollen kann es sinnvoll sein wichtige Daten ab und zu auf dem NAS zu speichern. Diese Aufgabe kann manuell oder per Cron ausgeführt werden.
Mit dem NAS können Downloads und Uploads über FTP-, HTTP- oder Bittorrent-Protokolle verwaltet werden. Dies ist insbesondere Interessant, wenn man viele und/oder grosse Dateien auch mal über Nacht verschieben möchte. So können P2P-Downloads erledigt werden, auch wenn die Hostrechner offline sind.
Musik, Bilder und Videos können vom NAS auf kompatible Multimediaplayer übertragen werden und so auf den Fernseher angeschaut oder auf der Stereoanlage angehört werden. Nie mehr die DivX-Videos auf CD brennen um sie auf dem DVD-Player abzuspielen. Nur noch ins Sofa sitzen und die Fernbedienung drücken.
Als Webdesigner und Webentwickler arbeite ich mit MySQL-Datenbanken und Apache-Servern. Inzwischen arbeite ich teilweise auf drei verschiedenen Rechnern – auf jedem Xampp installiert. Insbesondere das kleine Netbook kommt bei einigen Webanwendungen ziemlich ins schnaufen. Jetzt brauche ich nur noch einen Webserver – auf dem NAS – 24h und 7x7 Tage online.
Auf meinem NAS entspricht die Festplattenkonfiguaration einem RAID1, d.h. die Daten werden 1:1 gespiegelt, alle Daten sind doppelt vorhanden. Dafür werden zwei Festplatten benötigt, wenn eine Festplatte ausfällt, kann diese einfach ersetzt werden, ohne Datenverlust.
Das Qnap TS-219P Turbo NAS bietet neben all diesen Vorzügen Platz für zwei Festplatten. Nach dem Studium der kompatiblen Festplatten habe ich mich für die langsamdrehenden, stromsparenden und leisen 3.5“-Festplatten der EcoGreen-Serie von Samsung entschieden mit je 1.5 TB Speicherplatz. Alles zusammen hat knapp 700.- Sfr gekostet – ein Schnäppchen.
Obwohl die Festplatten wirklich leise arbeiten, empfiehlt es sich nicht das NAS etwa im Schlafzimmer aufzustellen, da die Schreibgeräusche trotz langsamer Drehzahl gut hörbar sind. Wenn nicht gerade geschrieben wird, ist das NAS aber flüsterleise.
Ich habe das NAS in einem Windows-Netzwerk installiert. Folgt man den Installationsanweisungen ist dies problemlos. Trotzdem müssen mindestens drei Entscheidungen getroffen werden:
Auf dem Qnap TS-219P Turbo NAS sind schon viele Anwenungen vorinstalliert und müssen nur noch bei bedarf aktiviert werden. Ab und zu sollte man die Firmware aktualisieren, ansonsten ist das NAS äusserst pflegeleicht. Meine anfängliche Sorge, dass ich mich mit Bugs seitens des NAS, oder noch wahrscheinlicher seitens von Windows herumschlagen müsste, haben sich bisher nicht bestätigt.
Morgen kommt der bestellte Mediaplayer mit WLAN, dann knalle ich mich mit der Fernbedienung ins Sofa und schaue die Filme welche ich (selbstverständlich ganz legal) über die Downloadzentrale des NAS runtergeladen habe. Über das Multimedia-Handling und über andere Anwendungen werde ich in Kürze hier schreiben.