iMovie 11 immer noch «unprofessionell»


Zum Fazit vorweg: Die Antwort auf meine Hoffnungen lautet doch eher Nein. Zwar bringt iMovie 11 zwei wichtige Funktionen mit: Bessere Audiobearbeitung und die Darstellung in einer Timeline. Aber gerade die Timeline enttäuscht ein bisschen, weil die einzelnen Clips nicht die Breite analog zu ihrer Dauer haben. Das heisst, man kann nicht von der Breite der Clips auf die tatsächliche Länge schliessen. Damit ist keine Kontrolle von Auge möglich, wenn ich zum Beispiel die Clips einer Szene grob vergleichen möchte.

Warum nicht zwei echte Spuren für Audio und Film?

Auch die Audiobearbeitung gestaltet sich schwieriger als angenommen. Die Bedienung ist sehr fummelig. Es ist nicht möglich, in der Audiospur in der Kurve Punkte zu setzen, respektive sie später einzeln anzuwählen. Man kann nur immer mit einem Rechteck bestimmte Bereiche auswählen. Ist so ein Rechteck einmal gesetzt, kann man später nicht «bereichsübergreifend» neue Sequenzen anwählen. Das tönt jetzt irgendwie kompliziert, ist aber nicht einfacher zu erklären und die genaue Systematik habe ich noch nicht ganz begriffen. Ich frage mich, warum macht man nicht einfach zwei sauber getrennte Spuren, eine für den Film, die andere für Audio. Denn die Audiospur ist auch nur immer so gross, wie die Filmclips, das heisst, man kann die Musik nicht am Ende des Films «ins Schwarze», also ins Leere laufen lassen.

Keine, auch nicht, manchmal-Final-Cut Alternative

Das neue Konzept von iMovie 11 ist gut angedacht, aber in der Umsetzung, während dem Schneiden, nicht ganz nachvollziehbar. Schade, denn die neuen Effekte zum Beispiel sind ganz praktisch und erfordern in Final Cut viel Zeit um das gleiche Ergebnis hinzukriegen. Die Trailerfunktion ist auch ganz nett, ist aber für den semiprofessionellen Bereich nicht einsetzbar, weil nichts anpassbar ist. Dafür sind die Trailer-Tracks ziemlich gut. Im Beispielfilm habe ich einen Trailer-Track benutzt, und der bringt doch viel «Bewegung» in die erste Minute des Films.