Der neue schnellste Browser im Test

Opera ist aktuell der schnellste Browser auf dem Markt, aber ist er auch gut?
Opera ist aktuell der schnellste Browser auf dem Markt, aber ist er auch gut?

Opera 10.50 liegt in einer Betaversion vor und hat in Benmarktests die gesamte Konkurrenz hinter sich gelassen. Aber Performance ist schliesslich nicht alles, deshalb habe ich mir die Zeit genommen den norwegischen Browser etwas näher kennen zu lernen.

 
  • «Ich werde auch weiterhin auf den Opera Browser verzichten können»
Willkommen zu Opera: die Installation hat einwandfrei funktioniert
Willkommen zu Opera: die Installation hat einwandfrei funktioniert
In Sachen Erweiterungen noch weit hinter Firefox zurück
In Sachen Erweiterungen noch weit hinter Firefox zurück
Finde ich unsinnig: Widgets sind eigenständige Desktop-Applikationen
Finde ich unsinnig: Widgets sind eigenständige Desktop-Applikationen
Feedreader von Opera
(4) Ein Daumen hoch für den Feedreader von Opera

Hier mal vorweggenommen, ich bin ein Firefox-Surfer, und meine Aussicht auf das Web ist wegen den vielen Plugins und Toolbars noch etwa so gross wie die Sicht aus einem Panzer im 2.Weltkrieg. Somit ist klar, ein Browser muss für mich mehr können als nur Webseiten schnell anzeigen — deshalb möchte ich mir zuerst einmal die Erweiterungen für den Opera ansehen.

Die Erweiterungen: enttäuschend

Auf Widget-Downloadseite wird einem sofort die Google-Toolbar schmackhaft gemacht. Damit sollen alle Googledienste aus dem Browser herraus abrufbar sein. Da ich analog zu Firefox eine Symbolleiste im Browser erwartet habe, und mir Opera nicht gesagt hat, dass die Installation erfolgreich war, habe ich mir die Toolbar grad drei Mal installiert. Aber die Google-Toolbar ist ein Desktop-Programm, dass auch ohne Opera funktioniert. Schlimmer noch, denn wenn ich auf die Toolbar drauf klicke öffnet dies den Standardbrowser, in meinem Fall den Firefox. So was Unsinniges.

Aber Heja sagte ich mir, dass kann ja mal passieren. Ich wusste ja, dass die Norweger sackstark in Sachen Webentwicklung sind - die werden sicher so etwas haben, wie der Firebug für Firefox. In der Tat haben sie eine Vielzahl Entwicklertools, aber irgend ein Gesamtpaket wie es das für Firefox gibt, habe ich nicht gefunden. So habe ich mir mal einen HTML-Editor installiert. Als das Ding aufstarten wollte, kam mir sofort der Verdacht, dass auch dies eine auf Windows basierende Desktop-Applikation ist. Da das Ding aber nie vollständig aufstartete blieb es bei einem Verdacht.

Damit hatte sich Opera für mich aus der Kategorie coole Webbrowser rauskatapultiert. Ich suchte noch nach einem Webradio-Widget, aber die Auswahl war lausig, BBC und noch so ein slovenischer Sender. Dann installierte ich mir noch das Top-Widget nach Anzahl Downloads. Das war irgend so ein virtuelles Aquarium — die totale Zeitverschwendung.

Cooler Feedreader

Da ich meine Feeds sowieso über den Google-Reader verwalte, brauche ich persönlich dafür keine spezielle Anwendung. Dennoch habe ich mir mal angeschaut was der neue Opera so mit den Feeds anstellt. Und siehe da - dass kann er dann der alte Norweger. Toll wie die Blogbeiträge horizontal aufgelistet werden und nicht nur vertikal in der vollen Breite wie bei den meisten anderen Browser (siehe Abb.4).

Dass Opera in Sachen Webstandards ganz vorne mitspielt ist schon seit längerem bekannt. So versteht auch der Opera 10.50 bereits einiges an HTML5 und CSS3. Im Moment gibt es aber nur eine Windowsversion, Mac und Linux sollen folgen. Der Verdacht liegt nahe, dass Opera hinsichtlich der bevorstehenden «freien Browserwahl unter Windows», die Entwicklung ihrer neuen Version etwas forciert haben. So liegen Meldungen vor, dass Opera nicht mit allen Webanwendungen zurecht kommen würde, und auch einige Widgets die unter der neuen Version noch nicht so richtig funktionieren.

Standardgemäss verfügt Opera 10.50 über eine private Browsing Funktion und über eine Auto-Vervollständigung im Adressfeld. Ich habe schon Meldungen gelesen, wonach Opera der sicherste Browser auf dem Markt sei - aber was nützt das, wenn die grösste Sicherheitslücke derjenige ist, der den Browser bedient.

Zu guter Letzt wollte ich den Ferrari unter den Browsern auf der Datenautobahn so richtig ausfahren. Und der Opera ist schnell — sehr schnell. Sogar unsere eigene Seite, blogmmix.ch wurde in Rekordzeit geladen. Damit weiss ich inzwischen, dass die schlechten Ladezeiten auf unserer Seite mit dem Javascript zusammenhängen, denn die neue Javascript-Maschine von Opera lässt die Konkurenz tatsächlich alt aussehen.

Fazit: Geschwindigkeit ist nicht alles

Ich verfolge die Entwicklung von Opera schon seit Jahren, und der norwegische Browser konnte mich noch nie restlos überzeugen. Insbesondere die starke Anbindung der Widgets am Betriebssystem ist in meinen Augen kein guter Trend, denn damit ist zu befürchten, dass sich nicht viele Webentwickler dafür begeistern können Widgets für Opera zu programmieren, und die Auswahl an wertvollen Widgets ist doch noch sehr dürftig. In Sachen Usability läuft bei Opera auch nicht alles rund. Die Menüführung ist gewöhnungsbedürftig und manchmal fehlt es auch an Rückmeldungen, z.B. die fehlende Fehlermeldung, dass ein Widget bereits installiert ist. Der integrierte Feedreader ist sehr gut und auch die Geschwindigkeit des Browsers ist einmalig. Dennoch - Geschwindigkeit ist nicht alles. Ich werde auch weiterhin auf den Opera Browser verzichten können.

 
 


Bild von Durchreisender

Ich bin gerade zufällig durch

Ich bin gerade zufällig durch eine Suchmaschine auf diesen Eintrag gestossen und möchte Ihnen dringend empfehlen, den Opera Browser nochmals zu testen und vielleicht diesmal richtig.
1. haben Sie nicht verstanden, dass Opera mit 10.50 gar keine Erweiterungen hatte. Widgets sind nur etwas sehr oberflächliches und nicht mit den Erweiterungen von Firefox zu verwechseln. Opera verfolgt einen völlig anderen Ansatz als Firefox und kommt mit allem bereits integriert, während man den Firefox selber mit Extensions nachrüsten muss.
2. Als Developer Tool sollten Sie sich Opera Dragonfly anschauen. Dies ist ebenfalls direkt in den Browser integriert und findet sich im Menü unter Developer Tools (Entwicklerwerkzeuge?). Oder allenfalls über den Shortcut CTRL+SHIFT+I. Dagegen kann meiner persönlichen Meinung nach Firebug einpacken.
3. Opera lässt sich im Aussehen verdammt stark anpassen. Sie können jegliche Schaltfläche verschieben, dazufügen, entfernen oder neu erstellen, wie Sie gerade lustig sind. Rechtsklick auf die Schaltfläche -> Customize -> ...
4. Neu in der Version 11 sind nun tatsächlich auch noch richtige Extensions, wie man sie aus Firefox kennt, dazugekommen. Natürlich hat es noch bei weitem nicht die gleiche Auswahl wie bei Firefox. Zudem ist natürlich ein Teil bereits abgedeckt, weil die Funktionalität von Opera direkt angeboten wird. Die API ist aber recht stark und ich bin daher zuversichtlich, dass die Anzahl schnell wachsen wird.
5. Einen Browser lernt man nicht innert ein paar Stunden kennen. Sowas muss man schon ein paar Tage vielleicht sogar Wochen durchziehen. Lesen oder zumindest überfliegen Sie die Dokumentation: http://www.opera.com/support/
Sie haben zum Beispiel hier nicht mal etwas zu den Mouse Gestures erwähnt, welche allgemein beim Opera als sehr gut bezeichnet werden. In der Version 11 erhalten Sie dazu nun sogar eine Hilfestellung, wenn sie die rechte Maustaste an Ort und Stelle gedrückt halten. Oder was ist mit der Schnellwahl/Speed Dial? Diese wurde in der Version 11 noch weiter verbessert und in der Version 11.50 soll sie noch umfangreicher werden: http://www.opera.com/browser/next/
usw.

Ich will niemanden überzeugen und auch ganz sicher nicht Sie, aber wenn Sie schon einen "Test" veröffentlichen, dann doch bitte fair, umfassend und korrekt.

Mit freundlichsen Grüssen,
Ein Durchreisender

Bild von suldan

Werde ich mir genauer anschauen

Guten Tag Durchreisender

Kurz zu meinem Beitrag. Es handelt sich ja hier nicht um einen eigentlichen Test mit Benchmarks etc. Vielmehr wollte ich ja das gefühlte Erleben mit dieser Operaversion dokumentieren.

Aber ich bin äusserst dankbar, dass überhaupt jemand Opera gut findet und diesen, leider exotischen Browser verteidigt. Ich lese häufig den Opera Developper Blog und diese Leute sind wirklich kompetent und sympatisch. Deshalb würde es mich doch erstaunen, wenn sich das nicht in innovativer Qualtität des neuen Browser niederschlagen würde.

Ich werde mir ihren Kommentar zu Herzen nehmen und den 11er mal ausdauernder "testen".

Vielen Dank

Bild von Roger

Opera rockt!

ich benutze Opera schon sehr lange und mir hat der Browser immer schon sehr gefallen, eben insbesondere die hohe Geschwindigkeit war mir persönlich schon immer (fast) wichtiger als die reine Usability oder Designtechnische Belange. Der Durchreisende hat aber absolut recht, Opera lässt sich hervorragend an die eigenen Bedürfnisse anpassen, hat sogar ein eingebautes E-Mail Programm und vieles mehr- z.b. die Lesezeichensynchronisation oder den Turbo der bei langsamen Verbindungen das Surfen beschleunigt und auch Datenvolumen einspart- insbesondere unterwegs ist er für mich deshalb immer in Benutzung, gerade auf dem Netbook gibt es unter Windows keinen schnelleren Browser, selbst der hochgelobte Chrome fällt dagegen massiv ab und hat Null Chance gegen Opera. Wenn dann noch die Hardwarebeschleunigung ordentlich funktioniert wird er natürlich noch schneller werden- und es gibt auch eine Version für Windows XP. (Nicht wie beim IE9..) Ich möchte einfach eine Lanze für Opera brechen und finde es schade dass er nicht viel mehr Zuspruch findet- verdient hätte er es auf jeden Fall!