Bereits die Verfügbarkeit des Artikels bereitete mir anfangs Kopfschmerzen. Nur zwei Onlineshops in der Schweiz hatten das Objektiv auf Lager, und irgendein Witzbold hat in den Kommentaren geschrieben, er habe trotz diesem Verfügbarkeitsstatus Monate auf das Objektiv warten müssen. Nach der Bestellung bei Digitec war das Objektiv am darauf folgenden Tag aber schon da.
Als absoluter Neuling im Weitwinkelsegment war ich zuerst einmal hell begeistert wieviel man auf ein Foto drauf bringt. Doch mit der Schärfe hatte ich mein liebe Mühe. Während man bei einem 200mm-Zoomobjektiv manchmal die Sekunden zählen kann, fokussiert das WW so schnell, dass man sich nicht immer sicher sein kann, ob überhaupt fokussiert wurde. Und im Sucher ist der Unterschied von ein paar Zehntel Meter sowieso kaum zu erkennen. Der Wechsel auf manuellen Fokus brachte da nur beschränkt etwas, da im Sucher der Schärfebereich nur schwer bis unmöglich zu erkennen ist. Aber ich glaube die Erfahrung wird da zur Besserung beitragen – hoffe ich.
Neben der Schärfe bereitete mir auch die Belichtungsmessung Probleme. Die Bilder waren im Schnitt leicht überbelichtet. Aber bei einem Bildwinkel von 104 Grad wird es wahrscheinlich sowieso schwierig mit einer vorprogrammierte Belichtungsmessung. Ich habe dann ziemlich schnell alles auf manuell umgestellt, und mit etwas Übung fand ich dann meistens die richtige Einstellung noch bevor es Nacht wurde.
Rückblickend muss ich wohl eingestehen, dass ich bis heute eher der 50mm-Aufwärts-Hobbyfotograf war und bin. Im Weitwinkelsegment bin ich noch nicht richtig angekommen. Das Auge und das Gefühl für den grösseren Bildausschnitt muss sich noch entwickeln. Das Weitwinkel ist auch schonungslos im Aufdecken einer ungünstigen Kamerahaltung. Wenn man die Kamera nur ein wenig schräg hält, ist der Horizont schon weit weg von der Horizontalen – oder diese Tatsache fällt durch den grösseren Bildwinkel einfach viel mehr auf.
Ich hätte ja liebend gern ein besseres Fazit geschrieben. Dieses Objektiv in Kombination mit seinem aktuellen Bediener resultiert aber leider nicht in ein entspanntes, problemloses Fotografieren – von Schnappschüssen wollen wir erst gar nicht reden. Ich werde wohl in Zukunft vermehrt auf das Stativ zurückgreifen, damit ich mich mehr auf Schärfe und Belichtung konzentrieren kann und weniger auf den Bildausschnitt und die Kamerahaltung. Ich gebe noch nicht auf.