Während Live-Übertragungen in ganzer Länge von Sportereignissen an den Radios eine rare Angelegenheit sind, ist Radio Gelb-Schwarz eh nicht mit einer Radio-Übertragung zu vergleichen. Dafür senden Simu Klopfenstein und Brian Ruchti viel zu unkonventionell. Sie sind keinen Radio-Konventionen verpflichtet und auch nicht dem Fussballclub YB. Sie werden zwar mittlerweile für ihre Arbeit von den Young Boys entlöhnt, das aber nicht zuletzt auch für einen Service, der ihre Übertragung für Blinde im Stadion zugänglich macht. Ein Sender überträgt nämlich ihr Signal in einem Radius von 500 Metern, das vor allem für die Blinden im Stadion gedacht ist. Natürlich kann jeder andere im Stadion auch auf diese UKW-Frequenz zurückgreifen, zum Beispiel während einer Pinkelpause.
Trotzdem sind die beiden Radiomacher und YB-Fans dem Club nicht verpflichtet und machen sich gerne auch mal lustig über die Werbe-Autos, die in den Pausen über das Spielfeld fahren, oder auch über den fehlenden Gras-Duft des Kunstrasens im Stade de Suisse… äh, pardon, im Wankdorf natürlich. Denn darauf legen sie und jeder YB-Fan wert, wie mich Simu korrigierte. Und beide lieben die Stimmung im Wankdorf während dem Match. Aber auch das leere Wankdorf nach dem Spiel hat es ihnen angetan, wenn sie nach einer anstrengenden Sendung die Stille in der grossen, leeren Arena geniessen. Radio Gelb-Schwarz ist aus einer Bieriedee entstanden, aus der schnell eine professionelle Angelegenheit geworden ist. «Wir haben uns eigentlich immer nur über zwei Sachen unterhalten, nämlich über Fussball und Medien», meinte Brian Ruchti. Und was macht man daraus? Natürlich, ein Fan-Radio.
Mehr von Radio Gelb-Schwarz mit einem interessanten Gespräch gibt es im nächsten Tonspur-Podcast, Nr. 5, der in den nächsten Tagen online geht.