Befürworter eines Verbotes von Killerspielen tummeln sich um Roland Näf. Vor bald einem Jahr hatte der berner SP-Grossrat und Ko-Schulleiter die Vereinigung gegen mediale Gewalt (VGMG) gegründet. Auf der Webseite des VGMG wird verlangt dass, «...Computerspiele, in denen mit vorsätzlicher Tötung Spielerfolg erzielt wird, gänzlich verboten werden.» Um dieses Ziel zu erreichen greift auch unsere Linke ab und an zu populistischen Methoden.
Durch das Zitat «...wie würden wir es halten mit einem Game 'Vergas den J...n' vor dem Hintergrund einer historisch perfekten KZ-Landschaft?» hat er zumindes bei mir schon mal Glaubwürdigkeit eingebüsst. Vergleicht hier Roland Nef mit diesem erfundenen Beispiel allen Ernstes gespielte Gewalt mit Antisemitismus? Genau so abwägig ist sein Vergleich der Videospiel-Industrie mit der Tabakindustrie. Demnach würde die Videospiel-Industrie Studien finanzieren um derern Harmlosigkeit zu beweisen. Lustig Herr Nef, denn diese hier behaupten Ähnliches von ihrer Sippe.
Ich habe bereits im Artikel «Verbot Killerspiele - das Computerspiel als Sündenbock» darauf hingewiesen, dass es genügend eindeutige wissenschaftliche Hinweise gibt auf Ursachen von Gewalt, insbesondere Jugendgewalt. Der Konsum von Video- und Computerspielen gehört nicht dazu. Die wahren Ursachen von Jugendgewalt wirkungsvoll anzugehen ist aber weitaus schwieriger und aufwendiger als schnell ein Verbot gegen Computerspiele auszusprechen.
Ich habe dies als einen alltagspsychologisch und moralisch motivierten Schuss in den Ofen bezeichnet, welcher von den wahren Problemen ablenkt und ausschliesslich der Erreichung persönlicher Ziele dient. Denn ob Herr Nef nun wirklich glaubt, oder zu wissen glaubt, dass der Konsum von medialer Gewalt zu mehr realer Gewalt führe oder nicht, ist letztlich nicht relevant. Für ihn und seine Anhänger wäre ein Verbot von Killerspielen so oder so ein Erfolg — ob sich dabei das (vorgeschobene?) Ziel «weniger Gewalt» nun einstellt oder nicht.
Die Petition «gegen ein Verbot von Videospielen» von Bündnis für eine selbstbestimmte Jugendkultur läuft weiter.