iPad - ein weiterer Schritt in die totale Abhängigkeit

Das iPad - der Höhepunkt einer restriktiven Firmenpolitik
Das iPad - der Höhepunkt einer restriktiven Firmenpolitik

Ich mache keinen Hehl aus meiner Einstellung zu der Philosophie von Steve Jobs. Mit der Einführung von Apples iPad hat sich daran nichts geändert. Während ein grosser Teil der IT- und Webentwicklung in Richtung offene Standards zielt, versucht einer mit Restriktionen und DRM die vollständige Kontrolle über seine Kunden zu festigen. Und das totalitäre Regime um Steve Jobs hat wieder einen Köder ausgeworfen.

 
  • «...restrictions that make creativity and freedom illegal»
Come see our last restriction
Come see our last restriction

Apple Benutzer sind sich einer gewissen Bevormundung wahrscheinlich schon gewöhnt. Was aber Apple seinen Kunden mit dem iPad aufzwingt ist schon starker Tabak. Durch ein «Digital Restrictions Management» (DRM) werden die User gezwungen den offiziellen Vertriebskanal für Software Ebooks und Filme zu nutzen. Und als wäre das nicht genug, wird den Kunden mit Strafverfolgung gedroht, würden sie sich anderer Vertriebskanäle bedienen, unabhängig von der lokalen Gesetzgebung.

Die Free Software Fondation (FSF) hat schon Erfahrungen mit dem DRM von Apple. Dank ihnen musste Apple ihre DRM von der Musik ausserhalb der iTunes-Stores entfernen. Auch diesmal gehen sie gegen die restriktive Politik von Apple in die Offensive und lancieren eine Petition welche Steve Jobs auffordert das DRM von Software, Ebooks und Filmen für das iPad zu entfernen.

Wie viele unpopuläre, unethische und unliberale Massnahmen zum Schutz der Marke und zur Aufrechterhaltung der restriktiven Firmenpolitik kann sich Apple eigentlich leisten? Ich sehe den Erfolg von Apple primär im Misserfolg der Konkurrenz begründet. Microsoft brachte es nicht auf die Reihe ein zuverlässiges und intuitives Betriebssystem auf die Beine zu stellen, und die ganze Linuxbewegung hat den heimischen Desktop auch noch nicht erobern können. So hatte Steve Jobs mit den Menschen die sich auf die «richtige Arbeit» konzentrieren wollten leichtes Spiel. Diese wurden mit schönem Design, Funktionalität für den Durchschnittsuser und einer intuitiven Bedientung geködert.

Aber zumindest mit Android 2.x kommt jetzt etwas Leben auf den Markt der Mobilgeräte, das iPhone bekommt etwas Konkurrenz und vielleicht werden Tabletcomputer tatsächlich noch populär, dann hoffentlich mit freier Software für freie User.

Bilder von der Free Software Fondation

 
 


Bild von ipad

Finde ich super. iPad Fanboys

Finde ich super. iPad Fanboys im Podcast, und hier die kritische Stimme. Steve is evil.

Bild von pit

Steve Jobs der Bösewicht?

Zumindest bei der Musik war es nicht Jobs, sondern die Musiklabel, die ihre Stücke nicht ohne DRM vertreiben wollten. Jobs hat seit Anfang des iTunes Store immer und immer wieder gegen die restriktive Politik der MI angekämpft, bis im April 2007 EMI als erstes Label seine Stücke ohne DRM anbot. Sony zog im Mai 08 nach, und ab April 09 sind alle Songs ohne Kopierschutz. Das ist Jobs' Verdienst, dazu musste er nicht speziell von der FSF aufgefordert werden. Als Zeichen des Entgegenkommens musste er die unübersichtliche variable Preispolitik der MI übernehmen. Beim iPad und den eBooks wird es wohl ähnlich verlaufen...

Jobs ist nicht für den Content verantwortlich, der in seinem Store verkauft wird. Er bietet lediglich einen Verkaufskanal an, und die Abspielgeräte scheinen auch einen mehrheitsfähigen Nerv getroffen haben. Das "iTunes-Ökosystem" funktioniert. Dafür, dass die Konkurrenz nichts Vergleichbares hinkriegt, ist weiss Gott nicht Jobs' Fehler.

Klar gibt es vorgaben, damit dieser Content auf den Geräten läuft und keinen Schaden anrichtet. Diese als restriktiv zu bezeichnen, halte ich für falsch: Apple hat einen Qualitätsanspruch, was Sicherheit betrifft, und muss darum auch Rahmenbedingungen durchgeben. Open Source ist in diesem Zusammenhang einfach nicht angebracht.

Und Android als Alternative? Hm, ich weiss nicht ob ich mich bei Google sicherer fühlen würde.

;-)

Bild von suldan

Unter dem Deckmantel der

Unter dem Deckmantel der Sicherheit geschlossene Systeme zu verkaufen ist wohl auch ein wenig Marketing und nicht nur die Sorge um die Sicherheit der Kunden.

Es gibt seitens der Technik und seitens der Community Möglichkeiten die Sicherheit auch für Open Source Systeme zu gewährleisten - ohne den Vertriebskanal zu monopolisieren.

Im Artikel geht es ja auch nicht ausschliesslich um das DRM - sondern soll auch etwas die Haltung gegenüber den Kunden wiederspieglen. Ich könnte mir vorstellen das Steve sich einen kurzen Moment lang überlegt hat einen eigenen Klinkenstecker für Kopfhörer einzusetzen damit seine Kunden gezwungen wären diese auch über einen offiziellen Kanal zu kaufen, und zwar zu einem Preis der nicht vom Markt sondern von Steve himself diktiert wird.

Und der Einsatz von DRM ist rechtlich zumindest fragwürdig, wurden die Konsumenten doch schon mit der Leerträgervergütung zur Kasse gebeten.

Und ob man sich bei Google sicher fühlt oder nicht, spielt wohl auch keine grosse Rolle. Sie haben sich auch dank offenen Standards unverzichtbar gemacht, was man von Apple nicht sagen kann.