Das bringt Leben in den mobilen Browsermarkt

Firefox für Android – vielversprechend, historisch, revolutionär?

Ein historischer Moment für kleine Androiden
Ein historischer Moment für kleine Androiden

Konkurrenz braucht der Markt, so auch der mobile Browsermarkt sagt sich Mozilla und lanciert eine Betaversion des Firefox 4 für Android. Gespannt habe ich den «kleinen» Feuerfuchs auf dem HTC Desire ausprobiert.

 
  • «Können Firefox Addons Android Apps ersetzen?»
Übersichtliche Navigation über History oder Bookmarks
Übersichtliche Navigation über History oder Bookmarks
Seite nach rechts ziehen: offene Tabs und gespeicherte Seiten
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Seite nach links ziehen: Einstellungen, Bookmarken und Navigation
Seite nach links ziehen: Einstellungen, Bookmarken und Navigation
Noch nicht so viele Addons: wann wohl Flash kommt?
Noch nicht so viele Addons: wann wohl Flash kommt?
Oben Android unten Firefox: Text rendern ist nicht seine Stärke
Oben Android unten Firefox: Text rendern ist nicht seine Stärke

Als Browser für den Desktop steht der Mozilla Firefox schon lange für Innovation, Freiheit und Erweiterbarkeit. Dank Mozilla (und inzwischen auch Chrome und Safari) gibt es auf dem Browsermarkt so etwas wie eine Konkurrenzsituation, was die Entwickler zu Innovation und besserer Leistung antreibt.

Aber auf dem Markt für mobile Browser haben WebKit-Browser, wie der Safari und Androidbrowser praktisch eine Monopolstellung. Einzig Opera hat bislang versucht da mitzumischen, mit geringem Erfolg. Zeit den Markt wieder einmal aufzumischen sagt sich Mozilla und präsentiert ihre Betaversion des Firefox 4 für Android.

Nichts für schwache Rechner

Um Firefox 4 Beta 1 auf dem Androiden installieren zu können muss einerseits die Installation von unautorisierten Quellen erlaubt werden und andererseits muss mindestens 40 MB Memory zur Verfügung stehen. Das macht gegenwärtig nicht jeder Androide mit. Matt Brubeck Entwickler bei Mozilla Mobile erklärt, dass die Entwicklung von Firefox Mobile auf die heutigen Highend-Androiden ausgerichtet wird, welche in einem Jahr zum Standard gehören werden.

Warum ist Firefox so gross?

Aber es gibt auch technische Gründe warum der Firefox auf Android so ressourcenhungrig ist. Während für WebKit-Browser an der Androidenparty der Tisch bereits reichlich gedeckt ist, muss der Gecko-Browser alles selber mitbringen. Dabei macht die Geckolibrary einen grossen Teil aus. Das wirkt sich aber nicht nur auf die Datenmenge aus, sondern auch auf die Geschwindigkeit. Letzteres wird eine grosse Herausforderung. Aber hey! Immerhin ist Mozilla auf der Party willkommen.

Die grossen Vorteile

Neben der Unterstützung moderner Webtechnologien und einer schnellen Javascriptmaschine hebt Mozilla  die Vorteile von Firefox Sync hervor. Die Synchronisierung von Bookmarks und Formulardaten mit dem Desktopbrowser. Ich persönliche warte sehnsüchtig nach einem Delicious-Plugin. Wenn ich mir vorstelle was heute alles möglich ist mit den aktuellen Firefoxerweiterungen, könnte es doch sein, dass Browserplugins in Zukunft das eine oder andere Android App überflüssig macht. Bin gespannt.

Ein Blick auf Beta 1

Der Firefox ist in der aktuellen Betaversion deutlich langsamer als der Androidbrowser. Bereits das Aufstarten dauert, und auch das Rendern einfacher Seiten dauert eindeutig noch zu lang. Ein Flash- oder Flash Lite Plugin fehlt noch, damit werden auch keine Youtube-Inhalte angezeigt.

Das Textrendering nicht zu den Stärken von Firefox gehört, wird in der Mobile-Version noch deutlicher. In diesem Bereich wird man halt von Webkit-Browsern so richtig verwöhnt. Dafür wird das Favicon der Webseite schön angezeigt, und wenn die Seite geladen ist, wird in der Adressleiste der Seitentitel und nicht mehr die URL angezeigt – gar nicht so schlecht.

Im Handling hat der Firefox eindeutige Vorteile gegenüber dem Android-Browser. Mit einer Berührung der Adressleiste öffnen sich nicht nur die zuletzt besuchten Webseiten, sondern auch drei Navigationsreiter mit Bookmarks, History und der Desktopsynchronisierung. Zieht man den ganzen Bildschirm nach rechts erscheinen die offenen Tabs und eventuel gespeicherte Webseiten. Zieht man den Bildschirm nach links erscheinen Buttons für die Vorwärts- bzw. Zurücknavigation, ein Bookmarkbutton und ein Button für die Einstellungen.

Noch zwei Addons installiert

Ich hab noch zwei Firefox-Addons installiert. Mit Reading List kann man Webseiten als Text abspeichern und später offline lesen, und mit Twitterbar kann man über die Browser-Adressleiste twittern. Beides hat funktioniert, wobei sich letzteres wohl kaum durchsetzen wird.

Fazit

Der Firefox 4 für Android wird ohne Zweifel den mobilen Browsermarkt so richtig aufmischen. Das Konzept der Erweiterung des Browsers auf mobilen Geräten werde ich gespannt verfolgen. Ich könnte mir jedenfalls gut vorstellen, dass in Zukunft einige Tasks über den Browser abgewickelt werden, die heute über Apps gesteuert werden. Aber bis dahin wird es wohl noch dauern. Insbesondere an der Geschwindigkeit muss noch gearbeitet werden, und rudimentäre Plugins wie Flashsupport und Divx ;o) müssen auch noch her. Ich hoffen ebenfalls, dass Text in Zukunft etwas schöner und weicher gerendert wird. Ansonsten sehr vielversprechend.

Blog von Matt Brubeck (Entwickler bei Mozilla Mobile)